Neulich in der Praxis

Jeder von Ihnen kennt das – die Patienten, die Teammitglieder, der Postbote etc. täglich begegnen wir den unterschiedlichsten Menschen in der Praxis und immer wieder wird die beständige Routine in der Begegnung mit diesen Menschen durch lustige, kuriose und manch- mal merkwürdige Gespräche, Situ- ationen und Begebenheiten aufge- lockert. Menschen die im Beruf mit Menschen zu tun haben, können oftmals eine Menge heitere Ge- schichten erzählen. Hier lesen Sie ab sofort einige dieser Anekdoten aus der Zahnarztpraxis.

Die Begebenheit, von der ich erzählen möchte, liegt schon ca. 40 Jahre zurück.
In den 70ern waren Totalprothe- sen-Träger in den zahnärztlichen Praxen keine Seltenheit.
Zu dieser Zeit kam eine unserer Patientinnen zu mir an die Rezeption. Die Seniorin lachte freundlich. Die Kunststoffzähne einer totalen Oberkieferprothese, aufgereiht wie die Perlen einer Kette, blitzten mich in Ihrem Mund an. Zahnfarbe, wie so gerne gewählt, wahrscheinlich A1. Aus der Manteltasche zog sie einen weiteren totalen Oberkiefer-Zahnersatz, mit der Bitte um Unterfütterung.

Danach entsteht folgender Dialog: Ich: Natürlich, gerne können wir Ihnen diese Prothese unterfüttern. Allerdings muss ich Sie dar- auf aufmerksam machen, dass Re- paraturen und Unterfütterungen einer Zweit-Prothesen nicht von der Krankenkasse bezuschusst werden.

Sie: Das ist aber meine Prothese (zeigt auf die Totale in ihrer Hand)!

Ich: Ja, aber Sie sind doch nicht unbezahnt und tragen einen Zahnersatz in ihrem Mund.
Sie: Ach, das ist die Prothese mei- ner verstorbenen Schwester.

Resümee: Eine für alle – oder wahre Geschwisterliebe.
Gitta Lochmüller, ZMP, Steinhagen

Veröffentlicht in der Quintessenz Team-Journal 44 (2014)

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